SAMO.FA-Bundesweiter Aktionstag

Die Flüchtlinge als Sündenbock? Die Flüchtlinge äußerten den Parteien ihre Ängste.
Unter dem Motto „Gemeinsam Hier“ war der Aktionstag ein Erfolg zur Zufriedenheit der Veranstalter.
Mit ca. 300 Teilnehmern aus verschiedenen Nationalitäten begann die Veranstaltung mit der Begrüßung von Klaus Kunz, Referatsleiter im Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie, in Vertretung der Ministerin Monika Bachmann, Dagma Trenz in Vertretung des Regionalverbandsdirektors Peter Gillo, Christine Mhamdi, in Vertretung der Oberbürgermeisterin und Ivan Iliev, Sprecher des Integrationsbeirates der Landeshauptstadt Saarbrücken. Alle drei lobten den Bundesverband Netzwerke Migrantenorganisationen NEMO e.V. und seinen lokalen Partner Haus Afrika e.V. für die im Rahmen des Bundesmodellprojektes SAMO.FA (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) bisher erzielten Ergebnisse.
In seinem Impulsreferat präsentierte Herr Kunz die aktuelle Situation der Flüchtlingsarbeit im Saarland. Von der Aufnahme bis zur Einschulung der Kinder arbeiten die Landesbehörden und sonstigen Einrichtungen sowie mehr als 80 private Initiativen mit viel Engagement, damit die im Saarland lebenden 16.000 Flüchtlinge mit Wohnung und Sozialdiensten versorgt werden. Es sei davon auszugehen, dass die Flüchtlingsbewegungen nicht abgeschlossen sind. Was mit Herausforderungen gebunden ist, die alle Akteure gemeinsam zu bewältigen haben werden. 
Die SAMO.FA-Koordinatorin Lillian Petry präsentierte die bisherigen Ergebnisse des Projektes SAMO.FA. „Seit April 2016 hat die lokale Koordinierungsstelle das Projekt bei den zuständigen Behörden und Akteuren sowohl bei der Stadt Saarbrücken als auch beim Land vorgestellt. Die Bildung eines Netzwerkes von Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit ist zu einer Realität geworden. Der Prozess läuft weiter. Wir werden in Zukunft dieses Netzwerk an bereits aktive Netzwerke der Aufnahmegesellschaft anschließen“. So die SAMO.FA-Lokale Koordinatorin. Durch zahlreiche Seminare wurden Ehrenamtler mit Migrationshintergrund zur Qualifizierung in der Flüchtlingsarbeit geschult. Außerdem hat SAMO.FA verschiedene Aktivitäten der Ehrenamtler und Migrantenorganisationen finanziell und logistisch unterstützt. Sie bedankte sich bei allen Landes- und Kommunalen Einrichtungen und Verantwortlichen, die durch Ihre Offenheit und Akzeptanz diese positiven Ergebnisse des SAMO.FA-Projektes ermöglicht haben.
Als Einleitung in die Podiumsdiskussion wurde ein Film über die Fluchtursachen und Fluchtwege gezeigt, wobei ein Junge über seine 241-tätige Flucht von Somalia über Äthiopien nach Europa berichtet. Der Film wurde von Faire Trade Initiative Saarbrücken FIS in Zusammenarbeit mit Haus Afrika gedreht. Peter Weichardt von FIS überreichte Lillian Petry Bilder eines gemeinsamen Projektes von FIS und Haus Afrika zur Aufklärung der jungen Menschen über Fairen Handel als beste Lösung für die Fluchtursachen.
High Light der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion zum Thema „Die Flüchtlinge als Sündenbock. Was kann man dagegen tun? Diese gab Vertretern der Migranten, darunter der stellv. Vorsitzende der der Islamischen Gemeinde Saarland e.V. Mehdi Harichane und Sprecher und Vorstandsmitglied Manfred Petry ebenfalls Islamische Gemeinde Saarland e.V., sowie Vertretern der Parteien die Möglichkeit, Ängste der Flüchtlinge, insbesondere Flüchtlinge islamischen Glaubens zum Ausdruck zu bringen, sollte der Islam Thema des nächsten Wahlkampfs werden. „Ankommen sei gut. Aber Weiterkommen sei besser“. Trotz der Aufnahmebereitschaft werden bürokratische Hürden durch die Flüchtlinge bedauert. Auch die Problematik der Flüchtlinge aus Afghanistan wurde angesprochen. Hierzu bedauern die anwesenden Politiker, dass Afghanistan zu Unrecht zu einem sicheren Land erklärt wurde. Was zu einer Diskriminierung der Flüchtlinge aus diesem Land führt, ohne dass irgendjemand dabei helfen kann. Auch die Bereitschaft der Innen-und rechtspolitischen Sprecherin der Linken, mit den Betroffenen im Landtag zu sprechen, beendet die Unsicherheit der jungen Afghaner nicht. „Ihr braucht in Saarbrücken keine Angst zu haben, da die Mehrheit der Menschen hier bereits mit Flüchtlingen im Frieden leben“ antworteten Vertreter der politischen Parteien auf dem Podium. Das Thema Islamunterricht löste eine heftige Diskussion aus. Während Barbara Meyer-Gluche, Spitzenkandidatin der Bündnis/Die Grünen völlig hinter der Einführung des Islam-Unterrichts steht, würden Sebastian Thul von der SPD-Landtagsfraktion und Gerd Rainer Weber, Spitzenkandidat der Piraten lieber gar keinen Religionsunterricht akzeptieren, solange dies nicht für alle Religionen möglich sei. Ivan Iliev, Sprecher des Integrationsbeirates der Landeshauptstadt Saarbrücken, erklärte, dass die Integration von Flüchtlingen und Migranten nur durch ein gemeinsames Handeln beider Seiten erfolgen kann.
Ein wichtiger Programmpunkt waren die 8-Länder-Kostbarkeiten, ein interkulturelles Büffet mit Küchenspezialitäten aus Deutschland, Syrien, Afghanistan, Sri Lanka, Ghana, Senegal, Irak, Pakistan. 
Die Veranstaltung endete mit einem interkulturellen Rahmenprogramm, wobei die Kinder-Tanzgruppe von ELFE e.V., Die syrische Gruppe TURAS ALSHAM, die Kinder-Tanzgruppe von Haus Afrika e.V. sowie die Künstler Kevin Alamba (Nigeria) und Mamadou Diallo (Senegal) das Publikum absolut begeisterten.
Den Erfolg dieser Veranstaltung verdankt Haus Afrika folgenden Kooperationspartnern, die bei der Veranstaltung auch durch Stände mit Flyers und Roll-Up‘s vertreten waren.
ELFE e.V., Kulturzentrum Kurdsaar e.V., Islamische Gemeinde Saarland e.V., Asanteman Kroye Kuo e.V., GHSAG e.V., Nigerian Community Saarland e.V., Syrischer Verein zur Humanitären Hilfe e.V., Afghanischer Verein, Soleil de Guinée e.V., Tamilischer Kulturverein e.V., KAUSA Servicestelle der ZBB Saarbrücken, Faire Trade Initiative Saarbrücken (FIS), DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde Saarbrücken e.V., etc.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den politischen Parteien, die bei der Veranstaltung vertreten wurden, sowie bei unseren Schirmherren: Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes, Peter Gillo, Regionalverbandsdirektor und Charlotte Britz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Saarbrücken. 
Unseren besten Dank geht an den Bundesverband Netzwerke Migrantenorganisationen (NEMO) e.V., Träger des Bundesmodellprojektes SAMO.FA-Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit.